Einleitung: Warum sich das Nachrüsten lohnt
Die Nachrüstung einer Fußbodenheizung in einem Bestandsgebäude ist ein Projekt, das viele Hausbesitzer scheuen. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Neben dem deutlich erhöhten Wohnkomfort durch die angenehme Strahlungswärme spielt vor allem die Energieeffizienz eine große Rolle. Fußbodenheizungen sind Flächenheizungen und kommen mit deutlich geringeren Vorlauftemperaturen aus als klassische Heizkörper. Das macht sie zur perfekten Ergänzung für moderne, umweltfreundliche Heizsysteme wie die Wärmepumpe.
Verschiedene Systeme zur Nachrüstung
Grundsätzlich gibt es zwei gängige Systeme, um eine Fußbodenheizung nachzurüsten: das Nass-System und das Trocken-System. Hinzu kommt das Einfräsen in den bestehenden Estrich als besonders innovative und zeitsparende Methode.
Das Nass-System
Beim Nass-System werden die Heizrohre auf einer Dämmung verlegt und anschließend mit Estrich übergossen. Dieses Verfahren ist oft mit einer höheren Aufbauhöhe verbunden, was in Altbauten zu Problemen mit Türen und Treppen führen kann. Es eignet sich daher vor allem, wenn ohnehin eine umfassende Kernsanierung ansteht und der alte Estrich entfernt wird.
Das Trocken-System
Das Trocken-System zeichnet sich durch eine sehr geringe Aufbauhöhe aus. Die Heizrohre werden in vorgefertigte Dämmelemente eingelegt und mit Wärmeleitblechen abgedeckt. Darauf kommen Trockenestrichplatten. Dieses System ist leichter, schneller verlegt und bringt keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau.
Einfräsen in den Estrich
Eine der elegantesten Methoden ist das Einfräsen der Heizkanäle in den bestehenden Estrich. Hierbei bleibt der alte Bodenaufbau erhalten. Eine Spezialmaschine fräst Rillen in den Boden, in die direkt die Heizrohre verlegt werden. Die Aufbauhöhe verändert sich dabei nicht, was es ideal für die meisten Renovierungen macht.
Kosten und Fördermöglichkeiten
Die Kosten für die Nachrüstung variieren je nach gewähltem System stark. Das Einfräsen ist oft die günstigste Variante und beginnt bei etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Trockensysteme können hingegen 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter kosten. Wichtig: Im Rahmen der energetischen Sanierung, besonders in Kombination mit dem Einbau einer Wärmepumpe, können Sie für die Nachrüstung der Fußbodenheizung staatliche Fördermittel vom BAFA oder der KfW in Anspruch nehmen. Ein Energieberater hilft Ihnen, die maximalen Zuschüsse zu sichern.